Modul: Kommunales Konfliktmanagement “Zusammenhalt & Teilhabe”

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Die Lebenswelten, Hintergründe und Einstellungen der Bielefelder*innen sind vielfältig. Bielefeld ist bunt und weltoffen – das ist der Anspruch von Vielen. Das Integrationsmonitoring zeigt jedoch auch: Rund ein Drittel hält den gesellschaftlichen Zusammenhalt für gefährdet und vertritt die Meinung, dass zu viele kulturelle Unterschiede diesem schaden. In einer pluralen Demokratie gehören Unterschiede und auch Auseinandersetzungen über das Zusammenleben mit dazu. Dies kann sogar eine positive Wirkung entfalten, wenn durch gemeinsame Aushandlung neue Wege und Umgangsweisen mit Herausforderungen gefunden werden. Konflikte können Menschen jedoch auch schaden und Integration verhindern, beispielsweise, wenn Rassismus und Menschenfeindlichkeit die Oberhand gewinnen.

In einer pluralen Stadtgesellschaft ist daher ein konstruktiver Umgang sowie die Prävention von Konflikten wichtig. Hier setzt das kommunale Konfliktmanagement systematisch an. Es befasst sich mit Konflikten, die den Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft und die Teilhabe einzelner Gruppen gefährden.

Wir…

… erfassen Konflikte und nehmen Rückmeldungen zum Konfliktgeschehen auf

… stehen der Verwaltung und Organisationen außerhalb der Verwaltung beratend zur Seite – auch präventiv!

… erarbeiten Vorschläge für den Umgang mit Konflikten und können die Konfliktbearbeitung lösungsorientiert begleiten.

Die Koordination des Systems erfolgt durch eine zentrale Konfliktanlaufstelle im Kommunalen Integrationszentrum, die mit fortgebildeten dezentralen Konfliktmanager*innen und Kooperationspartner*innen in Kontakt steht, um Konflikte zu erfassen und zu bearbeiten.  Der Fokus liegt auf der Prävention sowie der systematischen und nachhaltigen Bearbeitung von teilhabe- und zusammenhaltsbezogenen Konflikten.

Beispiele für Konfliktlagen bei denen das Konfliktmanagement hinzugezogen werden kann:

  • Konflikte über den Umgang mit Zuzügen (z.B. Konflikte um Unterkünfte von Geflüchteten);
  • politisch ideologisch aufgeladene Konflikte, die auf die Stadtgesellschaft ausstrahlen und zu Konflikten zwischen Communities führen (wie sie z.B. ausgehend aus dem Israel-Palästina-Konflikt und dem Krieg in der Ukraine zuletzt deutlich geworden sind);
  • aus Konflikten entstehende Polarisierungen und deren Vereinnahmung von extremen oder gewaltbereiten Gruppe (z.B. rechtextremistische Vereinnahmung von Themen und Mobilisierung).

Was fällt nicht in den Tätigkeitsbereich des Kommunalen Konfliktmanagement Zusammenhalt und Teilhabe?

  • Nachbarschaftsstreitigkeiten und andere individuelle Konflikte, beispielsweise am Arbeitsplatz
  • Ordnungsbehördliche Fälle sowie Konflikte, bei denen bereits rechtliche Schritte eingeleitet wurden
  • Beratung bei individuellen Fällen rassistischer Diskriminierung und andere Formen der Diskriminierung. Hier können Sie sich an unsere Antidiskriminierungsstelle wenden.

Das Konfliktmanagementsystem wurde amtsübergreifend und unter Mitarbeit sozialer Träger im Rahmen des Kommunalen Integrationsmanagements zwischen 2023 und 2024 ausgearbeitet; begleitet wurde das Projekt in der Entwicklung sowie Qualifizierung der Konfliktmanager*innen durch die Medius GmbH. Die Entwicklung des kommunalen Konfliktmanagements wurde im Rahmen eines Modellprojekts der Konfliktakademie ConflictA an der Universität Bielefeld wissenschaftlich begleitet.

Kontakt


Pauline Junker
Telefon: (05 21) 51 – 23287
Neues Rathaus, EG, Flur B, Zimmer B 068
E-Mail: pauline.junker@bielefeld.de


Wilhelm Berghan

Telefon: (05 21) 51 – 6159
Neues Rathaus, EG, Flur B, Zimmer B 068
E-Mail: wilhelm.berghan@bielefeld.de