Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte

 
Für die Integration von neuzugewanderten Menschen hat Bildung eine Schlüsselfunktion, sie ist maßgeblich für die gesellschaftliche Teilhabe und den Zugang zum Arbeitsmarkt. Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung 2016 eine Förderrichtlinie zur ‚Kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte‘ herausgegeben. Zielsetzung des Programms ist es, neuzugewanderten Menschen einen raschen Zugang zum (Aus-)Bildungssystem zu ermöglichen und ihre nachhaltige Bildungsbeteiligung in der Kommune zu fördern.

In Bielefeld arbeitet das Team der Bildungskoordination im Rahmen der „Kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ seit dem 1. März 2017 bis zum 28. Februar 2021 in enger Kooperation mit dem Kommunalen Bildungsbüro im Amt für Schule und dem Kommunalen Integrationszentrum.


Entsprechend der Zielsetzung des Programms war eine zentrale Aufgabe der Bildungskoordination die laufende Bestandsaufnahme der Bildungsakteure sowie der bestehenden Bildungsangebote für neu zugewanderte Menschen in Bielefeld. In den Handlungsfeldern der formalen, non-formalen und informellen Bildung erfolgte eine Zusammenarbeit mit den relevanten Akteuren der Bildungsregion Bielefeld.

Im Fokus standen die besonderen Herausforderungen von Partizipation, Diversität und Integration, insbesondere auch im Hinblick auf die Gestaltung von Übergängen zwischen den Bildungsstufen. Erreicht wurde dies durch die Schaffung und Vertiefung von (neuen) Kooperationen zwischen den Bildungsakteuren sowie der Weiterentwicklung einer tragfähigen Organisationsstruktur für das Bielefelder Bildungsnetzwerk. Es wurden unter anderem datenbasierte Informationen zu Neuzugewanderten in Bielefeld zusammengestellt, zielgruppengerecht aufbereitete Übersichten für verschiedene Beratungskontexte erstellt und gemeinsam mit den Bildungsakteuren ein Instrument zur formalen und non-formalen Kompetenzerfassung mit dem Ziel der möglichen Optimierung der Erst- und Folgeberatung zur Bildungsintegration entwickelt.


Über das Projektende hinaus werden die Mitglieder der im Projektzeitraum implementierten Steuergruppe weiterhin den konstruktiven und weltoffenen Umgang mit Neuzuwanderung in den zentralen Arbeitsfeldern in den Fokus setzen. Sie sind im Rahmen ihrer jeweiligen Arbeitskontexte in den Arbeitsprozess Bielefeld Integriert in besonderem Maße seit 2015 involviert und werden diesen mit ihrer Expertise und ihrem Fachwissen auch über die Projektlaufzeit hinaus gestalten.


Eine Zusammenstellung über die innerhalb der Projektlaufzeit zusammengestellten Wissensbestände, Maßnahmen und angestoßenen Debatten wird hier in Kürze erscheinen.

An dieser Stelle bedanken wir uns für die gute und konstruktive Zusammenarbeit bei allen Kooperations- und Netzwerkpartnern im Bildungsbereich. 

 

Weiterführende Links:

Überblick Angebote für Neuzugewanderte

Jugendbeteiligung in Bielefeld - gelebte Demokratie

Weiterführende Informationen auf www.bielefeld.de

Freizeitangebot Open Area

 

                                               

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www.bielefeld.de

 

 
Aktuelles
 

 

Broschüre

„Unterstützungsangebote für neu zugewanderte SuS an Berufskollegs“

Im Projekt „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ wurde eine Übersicht der Unterstützungsangebote für neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler an Berufskollegs zusammengestellt. Die Übersicht soll Lehrerinnen und Lehrern sowie außerschulischen Pädagoginnen und Pädagogen als Arbeitshilfe dienen.
 

UnterstuetzungBKPIC

Hier gehts zur Broschüre Unterstützungsangebote für neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler an Berufskollegs.

 

 

 
Veranstaltungen
 

 

Dokumentation der Veranstaltung "Bildungsangebote für Neuzugewanderte"

Am 5. Juli 2017 fand im Großen Ratssaal im Neuen Rathaus eine Veranstaltung zu „Bildungsangeboten für Neuzugewanderte in Bielefeld“ statt. Knapp 60 Akteure aus der Bielefelder Bildungslandschaft nahmen das Angebot wahr, sich über Bildungsangebote für Neuzugewanderte auszutauschen.

In einem Impulsvortrag zeigte Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, Konflikt- & Gewaltforscher an der Universität Bielefeld, zunächst ganz allgemein Möglichkeiten und Grenzen von Bildung auf. Er legte dabei ein Verständnis von Anerkennung als Schlüsselkategorie für Integration zugrunde und plädierte für eine Bildungslandschaft, die sich in ihren Bildungs- und Integrationsangeboten für Neuzugewanderte sehr viel stärker an individuellen Potenzialen orientieren sollte. Es gelte, „nach Stärken zu suchen, statt nach Schwächen zu fahnden.“ Hier böte sich ein institutioneller Mix möglicher Anerkennungsquellen an, beispielsweise über die Kombination von Sprach- und Sportangeboten. Prof. Dr. Heitmeyer zeigte aber auch sehr deutlich auf, dass die Integrationskraft von Bildung ihre Grenzen insbesondere in sozialräumlicher Segregation, in Unterschichtung und in homogenen Gruppen- und Abschließungsprozessen finde. Er plädierte in diesem Kontext für einen „innerstädtischen Lastenausgleich“, um benachteiligte Bezirke besser für diese Herausforderungen aufstellen zu können.
Im Anschluss an den Vortrag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei parallel stattfindenden Workshopeinheiten (Ergebnisdokumentation der Workshops), die jede eine bestimmte Lebensphase (Kindheit/Jugend/Erwachsenenalter) in den Blick nahmen, die Gelegenheit, sich zu den Hürden und den Ressourcen, die Anerkennung für Neuzugewanderte behindern bzw. befördern können, auszutauschen. Dieser Austausch erwies sich aufgrund der Zusammenführung ganz verschiedener institutioneller Perspektiven als ausgesprochen fruchtbar. So wurde insbesondere deutlich, dass viele Neuzugewanderte eine hohe Motivation und Bereitschaft mitbringen, Teil der Bielefelder Stadtgesellschaft zu werden und auf engagierte Institutionen treffen. Aufbauend auf dem bestehenden Engagement könnte eine wechselseitige Öffnung auf der Basis von interkulturellem Wissen fortgeführt werden. Allerdings erweisen sich neben der Sprachbarriere u.a. strukturelle Bedingungen der Organisation von Beratung, z.B. ein hoher bürokratischer Aufwand, als hinderlich für die (Bildungs-)Integration von Menschen.

 


Ansprechpartnerinnen
 
 

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Diane Brinkmann
Bildungskoordinatorin
Tel. 0521 51-3246
diane.brinkmann@bielefeld.de 
 
 
 
Julia Marth
Bildungskoordinatorin
Tel. 0521 51-3265
julia.marth@bielefeld.de
 
 
 
Hamkens, Jenni
Bildungskoordinatorin
Telefon (05 21) 51 3266
jennimarjatta.hamkens@bielefeld.de


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Zuletzt aktualisiert am 11.05.2021, 12:16:44.